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Startseite > Wissenschaft > Forschung und Technologie > Forschungsprofil der Hochschulen > Universitäten > Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Forschungsprofil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die fünftgrößte Universität Deutschlands und zählt zu den forschungsstarken deutschen Hochschulen. Mit rund 2.800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, darunter über 500 Professorinnen und Professoren, die in mehr als 150 Instituten und Kliniken lehren und forschen, ist sie das Wissenschaftszentrum des Landes Rheinland-Pfalz. Ihre Forschungsaktivitäten konzentriert die Johannes Gutenberg-Universität in ausgewählten exzellenten Bereichen. Dazu zählen in den Naturwissenschaften die Materialforschung, die Geowissenschaften, die Kern- und Teilchenphysik und die Kernchemie, in der Medizin die Immunologie und die Onkologie sowie in den Geistes- und Sozialwissenschaften die interkulturellen Studien und die Medienwissenschaften.

Die Universität betreibt zwei aufwändige Großforschungsgeräte, den Dauerstrich-Elektronenbeschleuniger MAMI des Instituts für Kernphysik und den Leichtwasserforschungsreaktor TRIGA des Instituts für Kernchemie, die beide in besonderer Weise Anziehungspunkte für internationale Gastwissenschaftler darstellen. 
Dass Exzellenz in der Forschung und ein klares Bekenntnis zu einem breiten Fächerspektrum sich nicht widersprechen, zeigen gute Platzierungen der Mainzer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Rankings und Zitationsvergleichen sowie zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Ein Gradmesser für die Qualität der Forschungsleistungen ist die Summe der eingeworbenen Drittmittel, die in den vergangenen fünf Jahren um 16 Prozent gestiegen sind und sich im Jahr 2007 auf 67 Millionen Euro beliefen (Ausgaben inkl. Klinikum).

Die Attraktivität der Mainzer Universität als Ort des wissenschaftlichen Austausches erhöht sich zudem durch die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Forschungsinstituten, darunter insbesondere dem Max-Planck-Institut für Chemie und dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung, die auf dem Campus der Universität angesiedelt sind und mit denen die Universität seit Jahrzehnten eng kooperiert. Dabei steht das „Max Planck Graduate Center mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz“ für eine neue Qualität der Zusammenarbeit in Forschung und Graduiertenausbildung. Diese vielfältigen Beziehungen und Kooperationen mit Einrichtungen außeruniversitärer Forschung wie auch der Wissens- und Technologietransfer in Wirtschaft und Gesellschaft sind wesentlicher Bestandteil der Wissenschaftskultur der Johannes Gutenberg-Universität.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung hat das Land im Juni 2008 eine Forschungsinitiative gestartet. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat im Rahmen dieser Forschungsinitiative ihr Forschungsprofil geschärft und ein umfassendes Gesamtkonzept für die strategische Profilierung im Bereich der Forschung vorgelegt. Dabei wurden bestehende exzellente Forschungsverbünde hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen analysiert und neue, vielversprechende Projekte in einem kompetitiven Verfahren ermittelt. Neben dem übergreifenden Kriterium der Exzellenz in der Forschung waren dabei folgende strategische Ziele ausschlaggebend: 

  •  die Stärkung geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung,
  • die Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit der medizinischen Fachgebiete mit den übrigen Naturwissenschaften und mit den Geistes- und Sozialwissenschaften,
  •  die Einwerbung weiterer Gruppenförderinstrumente wie Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs, Forschergruppen u.a..

Der Profilbildungsprozess stand unter der Federführung des Gutenberg Forschungskollegs, das als interdisziplinäre, mit Spitzenwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern besetzte Einrichtung das Präsidium in den strategischen Entscheidungen zur Entwicklung der Universität berät und das sich zu diesem Ziel externen Sachverstands von Fachgutachtern bedient.

Die Johannes Gutenberg-Universität hat ihre besonderen Stärken und Alleinstellungsmerkmale in der Forschung identifiziert und in folgenden fünf interdisziplinär ausgerichteten Forschungszentren konzentriert: 

  •  Elementarkräfte und mathematische Grundlagen
  • Erdsystemwissenschaften
  • Immunologie
  • Komplexe Materialien (COMATT)
  • Sozial- und Kulturwissenschaften

In diesen Zentren wird seit langem erfolgreich und auf hohem internationalem Niveau Forschung betrieben – alle elf Sonderforschungsbereiche sowie viele der anderen kooperativen Gruppenförderinstrumente sind in diesen Bereichen angesiedelt. Auch die Graduiertenschule der Exzellenz „Materials Science in Mainz“, die junge Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher aus aller Welt zur Promotion führt, kooperiert eng insbesondere mit dem Forschungszentrum COMATT. 

Darüber hinaus wurden in einem kompetitiven Auswahlprozess mit externer Begutachtung unter Federführung des Gutenberg Forschungskollegs folgende sieben Forschungsschwerpunkte ausgewählt, die ein besonderes Potenzial zu interdisziplinärer Forschung besitzen: 

  •  Bildungs- und Hochschulforschung
  • Historische Kulturwissenschaften
  • Medienkonvergenz
  • Neurowissenschaften
  • Präventive Medizin
  • Rechnergestützte Forschungsmethoden in den Naturwissenschaften
  • Wirkstoff- und Partikeltransport in biomedizinischen Systemen

Neben der Förderung der einzelnen Forschungszentren und Forschungsschwerpunkte durch das Land Rheinland-Pfalz hat die Universität im Rahmen der Forschungsinitiative ihre inneruniversitären Forschungsförderungsinstrumente neu ausgerichtet. Die Neukonzeption zielt darauf, die Einwerbung von Drittmittel zu steigern, den Anteil von Wissenschaftlerinnen zu erhöhen sowie auf die Verbesserung von Nachwuchsförderung, Internationalität und der Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Das auf diese Weise neu gestaltete Forschungsprofil der Johannes Gutenberg-Universität wurde schließlich durch eine vom Wissenschaftsministerium eingesetzte externe Gutachtergruppe bewertet. Forschungszentren und Forschungsschwerpunkte sowie das Gutenberg Forschungskolleg werden in den Jahren 2008 bis 2011 im Rahmen der Forschungsinitiative durch das Land Rheinland-Pfalz mit über 34 Millionen Euro unterstützt.