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Startseite > Bildung > Schule und Bildung > Unterrichtsversorgung > Lexikon > pädagogische Weiterentwicklungen

Pädagogische Weiterentwicklungen

Oft unterschätzt wird der Einfluss pädagogischer Weiterentwicklungen auf den Lehrkräftebedarf, die Personalplanungen und damit auf die Unterrichtsversorgung.  

Für den Aufbau von mittlerweile 574 Ganztagsschulen in Angebotsform wurde seit 2001 eine erhebliche Zahl an Stellen von Lehrkräften eingesetzt. Der rechnerische Gegenwert für dieses Programm liegt bei rund 1.500 Lehrerstellen. Es kommt der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern in den verschiedenen Schularten zugute, Auswirkungen auf die Personalplanungen hat natürlich auch ganz aktuell die schrittweise Absenkung der Klassenmesszahl in den Klassen 1 bis 6.
 
Auch die 2008 eingeführten neuen Stundentafeln für die Sekundarstufe I hatten einen höheren Lehrkräftebedarf zur Folge. Sie bewirkten in allen weiterführenden Schulen eine Aufstockung des Unterrichtsumfangs von vorher 28 Wochenstunden auf 30 Wochenstunden in der Orientierungsstufe (Klassenstufen 5 und 6) und sorgten vor allem für eine Verstärkung der naturwissenschaftlichen Bildung. 

Auswirkungen auf den Lehrkräftebedarf hatten zudem in den vergangenen Jahren unter anderem:

  • der Aufbau spezieller Angebote für besonders begabte Kinder durch die Bildung von mittlerweile 16 „Entdeckertagschulen“ im Grundschulbereich und von vier „Schulen für Hochbegabtenförderung / Internationale Schulen“ an Gymnasien im Land,
  • die seit 2001 vorangetriebene stetige Erweiterung des Kreises von Schwerpunktschulen. Hier werden behinderte und nicht-behinderte Kinder integrativ unterrichtet. Aktuell gibt es 229 Schwerpunktschulen,
  • der 2008 gestartete Aufbau von Ganztagsgymnasien mit achtjährigem Bildungsgang (G8GTS) auf aktuell 19 Gymnasien landesweit und
  • der Ausbau zusätzlicher schulischer Angebote in den berufsbildenden Schulen (BBS) zum Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung seit 2004. An 37 BBS-Standorten gibt es mittlerweile 63 Berufliche Gymnasien. An 57 Standorten gibt es insgesamt 153 Fachrichtungen der Höheren Berufsfachschule. An 58 Standorten gibt es insgesamt 148 verschiedene Fachrichtungen der Berufsoberschulen und Dualen Berufsoberschulen. Sie vergeben allesamt die Zugangsberechtigung zur Universität oder zur Fachhochschule.


Der Stufenplan, mit dem in den letzten Jahren die Freistellung von Schulleitungsmitgliedern von der Unterrichtsverpflichtung deutlich ausgeweitet wurde, hat sich ebenfalls auf den Stellenplan ausgewirkt. Das Stundenkontingent, das eine teilweise Freistellung von Schulleitungsmitgliedern für Führungsaufgaben in den 1.660 Schulen landesweit ermöglicht, entsprach im Schuljahr 2010/2011 der Unterrichtsverpflichtung von rund 1.250 Vollzeitlehrkräften. 

Zusätzlich gab es Verbesserungen für Schülerinnen und Schüler über neue Programme und Projekte. Beispiele dafür sind: die verstärkte Förderung der Lesekompetenz, der Ausbau von Umwelt- und Demokratieerziehung oder die intensivierte Gewaltprävention sowie die stärkere Auseinandersetzung mit Wirtschafts- und Verbraucherthemen.